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12. Oktober 2017

WHO warnt: Adipositas bei Kindern bald häufiger als Untergewicht

Die Zahl der fettleibigen Kinder und Jugendlichen hat sich in den letzten vier Jahrzehnten verzehnfacht. Wenn die gegenwärtigen Trends anhalten, werden mehr Kinder und Jugendliche bis 2022 fettleibiger sein als mittelmäßig oder schwer untergewichtig, heißt es in einer Studie des Imperial College London und der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Die Studie analysiert Gewicht und Größe von fast 130 Millionen Menschen im Alter von mehr als fünf Jahren. Mehr als 1000 Mitwirkende beteiligten sich an der Realisierung der Studie, in der der Body-Mass-Index (BMI) und die Entwicklung von Fettleibigkeit von 1975 bis 2016 untersucht wurde.

Die Fettleibigkeitsraten bei Kindern und Jugendlichen sind von weniger als 1% (fünf Millionen Mädchen und sechs Millionen Jungen) 1975 auf fast 6% bei Mädchen (50 Millionen) und fast 8% bei Jungen (74 Millionen) im Jahr 2016 angestiegen. Somit erhöhte sich die Zahl der fettleibigen fünf- bis 19-Jährigen von 11 Millionen im Jahr 1975 auf 124 Millionen im Jahr 2016 um mehr als auf das Zehnfache.

Hauptautor der Studie, Professor Majid Ezzati von der Imperial School of Public Health zeigt sich besorgt: „Diese Trends spiegeln die Auswirkungen von Ernährungs-Marketing und -Politik auf der ganzen Welt wieder. Gesunde und nahrhafte Lebensmittel sind für arme Familien zu teuer. Der Trend prognostiziert eine Generation von Kindern und Jugendlichen, die adipös und mit einem erhöhten Krankheitsrisiko aufwachsen, wie beispielsweise Diabetes. Wir brauchen Möglichkeiten, gesunde, nahrhafte Lebensmittel zu Hause und in der Schule besser zur Verfügung zu stellen.“

Dr. Fiona Bull, Programmkoordinatorin für die Prävention nichtübertragbarer Krankheiten der WHO, erläutert: „Die Daten verdeutlichen, erinnern und verstärken, dass Fettleibigkeit heutzutage eine globale Gesundheitskrise ist, die sich in den kommenden Jahren verschlimmern wird, wenn wir nicht beginnen drastische Maßnahmen zu ergreifen. „

In Verbindung mit der Studie veröffentlicht die WHO eine Zusammenfassung des Umsetzungsplans für Ending Childhood Obesity (ECHO). Der Plan gibt den Ländern klare Leitlinien für wirksame Maßnahmen zur Eindämmung der Adipositas bei Kindern und Jugendlichen. Die Länder sollten insbesondere darauf abzielen, den Verbrauch von billigen, kalorienreichen und nährstoffarmen Lebensmitteln zu reduzieren. Sie sollten auch die Zeit verringern, die Kinder für bildschirmbasierte und sitzende Freizeitaktivitäten investieren, indem sie durch aktive Erholung und Sport eine stärkere Beteiligung an körperlicher Aktivität fördern,“ so Bull.

Quelle: Weltgesundheitsorganisation

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