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Von X bis O: Ab wann bei Fehlstellung von Kinderbeinen Behandlungsbedarf besteht

Kinderbeine verändern sich im Laufe ihres Wachstums rasant: O-Beine sind bei Säuglingen und Kleinkindern völlig normal. Ab dem zweiten bis dritten Lebensjahr formen sich aus den O- dann X-Beine. Auch diese Veränderung ist nicht ungewöhnlich. Bei vielen Kindern kommt es jedoch im Laufe des Wachstums zu Fehlentwicklungen, die durch eine Orthopädin oder einen Orthopäden behandelt und korrigiert werden sollten. Denn: Die Eigenbeurteilung durch die Eltern, ob mit den Füßen der Kinder alles stimmt, hat ihre Grenzen. Orthopädinnen und Orthopäden, wie am Klinikum Friedrichsheim, setzen hierbei auf modernste Technik, nämlich dreidimensional bildgebende High-Tech-Analysegeräte. Damit kann der Bewegungsapparat der Kinder im Stehen aufgenommen werden. „Das zeigt ein realitätsnahes Belastungsbild von Knochen und Gelenken und damit auch eventuelle Fehlstellungen, die später im Erwachsenenalter oft Auslöser von Erkrankungen sind“, sagt Klinikdirektorin Professor Dr. Andrea Meurer.

Was ist normal?
Die richtige Endposition haben Beine und Füße normalerweise bei Mädchen ab dem 14. und bei Jungen ab dem 16. Lebensjahr erreicht. Bei durchgedrückten Knien und aneinander liegenden Innenknöcheln sollte zu diesem Zeitpunkt zwischen den beiden Kniegelenken ein zwei Finger breiter Abstand bestehen. Sind Kniescheiben und Kniegelenke auch nach vorne gerichtet, zeigen im optimalen Fall die Füße im 10 bis 15 Grad-Winkel nach außen.

20 Prozent der älteren Kinder leiden unter X- oder O-Beinen
Stimmt der Winkel nicht, sind beispielsweise die Füße zu stark nach innen gedreht, sprechen Ärzte vom Innenrotationsfehler – was Betroffene langfristig am optimalen Laufen hindert. Bei zu stark nach außen gedrehten Füßen, dem Außenrotationsfehler, drohen schmerzhafte Veränderungen in den Kniegelenken. Lebenslange Beschwerden wären die Folge, wenn hier nicht operativ korrigiert wird. Gleiches gilt, wenn ältere Jugendliche weiterhin ausgeprägte X- oder O-Beine aufweisen. Laut Statistik zeigt sich bei 20 Prozent der Kinder über 10 Jahre dieses Problem. Die Praxis und die Belastungsanalysen unter Einsatz der EOS-Technik zeigen aber auch, dass bei Kindern nur in etwa zehn Prozent der Fälle Fehlentwicklungen bei der Beinachsenveränderung mit Operationen korrigiert werden müssen, um lebenslange Beschwerden und Folgeschäden zu vermeiden. O-Beine beispielweise können durch operativ eingesetzte Klammern in Unter- und Oberschenkelknochen wirkungsvoll korrigiert werden. „Auch dabei erweist sich die dreidimensional darstellende EOS-Technik für beste Operationsergebnisse als außerordentlich hilfreich“, sagt Oberärztin Dr. Stefanie Adolf, in der Universitätsklinik Friedrichsheim spezialisiert auf die Behandlung von Beinfehlstellungen bei Kindern.

Grundsatz der Ärzte: Chirurgischen Eingriff wenn möglich vermeiden
Grundsätzlich versuchen die Mediziner am Klinikum Friedrichsheim einen chirurgischen Eingriff wann immer vertretbar zu vermeiden. „Allerdings bringen rein konservative Maßnahmen, etwa die immer wieder praktizierte Erhöhung der Schuhränder oder der Einsatz knieübergreifend korrigierender Beinschienen, keine messbare Korrekturwirkung. Sie belasten die Kinder im Alltag aber über lange Zeit erheblich“, so Dr. Adolf.
Der chirurgische Eingriff sei da dann meist die bessere Alternative. Zumal die Orthopäden am Klinikum Friedrichsheim den Umfang des Eingriffs durch minimalinvasive Operationsmethoden in der Regel auf ein Minimum reduzieren.

Einen grundsätzlichen Rat geben die Orthopäden des Klinikums den Eltern: „In der Wachstumsphase auf viel Bewegung und sportliche Belastung der Kinder achten. Das sind die besten Voraussetzungen dafür, dass Füße und Beine gesund wachsen – und Korrekturen per Operation die Ausnahme bleiben.

Quelle: Orthopädische Universitätsklinik Friedrichsheim

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