Mit kleinen Schritten große Schritte ermöglichen: Hier finden Sie nützliche Informationen zu der Aktion und wie Sie die Fußgesundheit Ihres Kindes fördern.

Heute an den Hochzeitstanz Ihrer Kinder denken

Das Wachstum Ihrer Kinder liegt nicht nur Ihnen als Eltern, sondern auch uns als Berufsverband der Orthopäden und Unfallchirurgen am Herzen. Gerade im Kindesalter stehen die Chancen sehr gut, durch Aufklärung und Prävention Fehlentwicklungen und späteren körperlichen Schäden vorzubeugen. Mit der Aktion Orthofit „Zeigt her Eure Füße“ möchten wir als Orthopäden und Unfallchirurgen einen Beitrag zum gesunden Wachstum von Kinderfüßen leisten. Während der bundesweiten Aktionswoche erfahren die Kinder auf spielerische Art, wie wichtig Füße für ihren Körper sind und was sie selbst für eine gesunde Entwicklung tun können. Für Sie als Eltern haben wir außerdem Informationen mit hilfreichen Tipps für die Entwicklungsphasen Ihres Kindes zusammengestellt. Die Orthopäden und Unfallchirurgen sehen sich dabei als Ihre Berater und die Begleiter Ihrer Kinder. Im Rahmen dieser Aktion werden keine Untersuchungen oder sonstige ärztliche Leistungen erbracht. Die Aktion Orthofit ist selbstverständlich kostenlos und wird aus den Mitteln unseres Berufsverbands finanziert.

Vorsorge zur richtigen Zeit

Mit Hilfe des folgenden Vorsorge-Diagramms finden Sie Hinweise auf mögliche alterstypische Gesundheitsrisiken und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Was? Eine orthopädische Säuglingsuntersuchung ist empfehlenswert.

Warum? Die Untersuchung der Bewegungsorgane inklusive Hüftsonographie (Ultraschalluntersuchung) kann Hüftgelenksfehlanlagen und Fehlentwicklungen erkennen.

Welche Erkrankungen drohen? Hüftdysplasie oder Hüftgelenksverrenkungen können Gelenkverschleiß verursachen.

Was kann man tun? In Abhängigkeit vom Grad der Dysplasie: Behandlung von breiten Wickeln, bis zu Schienen oder Bandagen. In Ausnahmefällen ist eine Operation notwendig.

Was? Orthopädische Kontrolluntersuchung im ersten Lebensjahr.

Warum? Säuglinge sollten sich frei entfalten können, z.B. sollten Sie nicht nur auf einer Seite liegen. Sie wachsen sonst so schief, wie sie liegen.

Welche Erkrankungen drohen? „Schiefer Säugling“: Schädelasymmetrie, Schiefhals, Brustverformung, Beckenschräge, Hüftdysplasie, Fußverformung bis hin zu Entwicklungsverzögerungen.

Was kann man tun? Eine motorische Förderung kann Fehler korrigieren. Spezielle Krankengymnastik sollte man am besten im ersten Lebensjahr durchführen, denn ab dem zweiten Lebensjahr wächst das Kind langsamer.

Was? Besuch einer orthopädischen Schuleintrittsuntersuchung.

Warum? Die individuellen Voraussetzungen für den Schulbesuch müssen beachtet werden. Manche Kinder können schon fünf Stunden sitzen, andere nur zwei Stunden.

Welche Erkrankungen drohen? Haltungsfehler können auftreten, wenn die Schultasche falsch getragen wird (z.B. einseitige Belastung). Skoliose (Fehlstellung der Wirbelsäule, vor allem im Kindes- und Jugendalter) wird oft zu spät entdeckt, da im Frühstadium noch keine Beschwerden aufgetreten sind.

Was kann man tun? Kinder sollten sich täglich so viel wie möglich bewegen. Von Anfang an muss auf richtige Schulmöbel geachtet werden. Beschwerden können mit Krankengymnastik behandelt werden. Ein Korsett kann Fehlstellungen begradigen. Nur bei besonders schweren Fällen ist eine Operation notwendig.

Was? Durchführung einer orthopädischen Untersuchung bei Einsetzen der Pubertät.

Warum? Körperliche Veränderung während der Pubertät können frühzeitig erkannt werden.

Welche Erkrankungen drohen? Epiphysenlösung (Verrutschen oder Lösen der Wachstumsbereiche eines Knochens) tritt vor allem in der Wachstumsphase zwischen 9. und 15. Lebensjahr auf. Auch Skoliose kann in diesem Alter diagnostiziert werden.

Was kann man tun? Durch Fixation der Epiphyse oder Durchführung einer Umstellungsoperation kann der Erkrankung entgegengewirkt werden. Bei Skoliose helfen Krankengymnastik oder ein Korsett.

Was? Eine orthopädische Berufseignungsuntersuchung ist empfehlenswert.

Warum? Zum Ende der Wachstumsphase sollte die Gesundheit und richtige Haltung des Kindes überprüft werden.

Welche Erkrankungen drohen? Bei bisher unerkanntem Fehlwachstum der Gelenke droht vorzeitiger Gelenkverschleiß.

Was kann man tun? Eine individuelle Beratung bei einem Orthopäden / Unfallchirurgen ihrer Wahl ist empfehlenswert. Dieser kann je nach Bedarf Krankengymnastik verordnen.

Kleine Tipps, die große Schritte ermöglichen

Das richtige Schuhwerk spielt eine Rolle für eine gesunde Fußentwicklung.

Kinderfüße wachsen ab dem sechsten Lebensjahr im Schnitt zwei bis drei Zentimeter pro Jahr, manchmal aber auch viel mehr. Erst mit dem 16. Lebensjahr hat ein Fuß seine volle Größe erreicht. Gestaltwandel und beschleunigtes Längenwachstum können dazu führen, dass Funktion und Form der Füße auffällig werden. Das Nervensystem und somit das Empfinden ist bei Kindern noch nicht so weit entwickelt wie bei Erwachsenen, daher merken sie es oft nicht, wenn der Schuh drückt. Die Folge: Die Füße passen sich auch an zu kleine und drückende Schuhe an, da sie noch verhältnismäßig weich und formbar sind. Andererseits geben zu große Schuhe oftmals nicht den nötigen Halt für die Füße. Die Folge können Fußdeformationen sein. Regelmäßige Fußmessungen vor Schuhkäufen sind daher ein Muss. Die Fersenkappe soll ein Abknicken der Ferse nach innen verhindern. Die Sohle soll das natürliche Abrollen unterstützen und nicht stören.

Tipps zur Fußentwicklung

Wie fördere ich eine gesunde Fußentwicklung meines Kindes? Ein paar wichtige Hinweise finden Sie hier.

Kinder wachsen mit großen Schritten heran. Gerade für sie ist eine aktive Lebensweise sehr wichtig. Kinder brauchen auch nachmittags viel Bewegung.

Eine orthopädische Schuleintrittsuntersuchung und regelmäßige weitere Besuche beim Orthopäden sind wichtig, um Fußfehlstellungen früh zu erkennen.

Barfuß krabbeln und laufen: Der Fuß macht sensorische Erfahrungen, wird kräftig und beweglich. Übungen wie Zehenspitzenlaufen, Zehengreifspiele, Malen mit den Füßen sind tolle Hilfen.

Richtige Sitzmöbel sind wichtig. Nicht nur in der Schule – auch zu Hause, wo die Kinder basteln oder die Hausaufgaben erledigen. Auf eine stets aufrechte Haltung der Kinder ist zu achten.

Kontrollieren Sie regelmäßig das Gewicht des Schulranzens. Oft ist er viel zu schwer. Dadurch können bei Ihrem Kind Fehlhaltungen entstehen.

Achten Sie auf regelmäßige Fußhygiene bei Ihrem Kind: Eincremen ist genauso wichtig wie waschen. Massagen tun immer gut.

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