© Dr. Arne-Björn Jäger
30. Mai 2018

„Viele fragen, wann ich wieder in die Klasse komme“

Mit einem gut geplanten Aktionstag Orthofit, begeistert Dr. Arne-Björn Jäger, Orthopäde und Unfallchirurg aus Trier schon seit mehreren Jahren viele Kinder. Dem BVOU verrät er, wie seine Aufklärungsstunde abläuft und gibt seinen Kolleginnen und Kollegen dabei Tipps zur Planung und Durchführung von „Zeigt her Eure Füße“.

Herr Dr. Jäger, Sie führen die Aktion Orthofit seit vielen Jahren durch. Wie und mit wem gestalten Sie die Schulstunde?

Dr. Arne-Björn Jäger: Zuerst stelle ich mich den Kindern vor und frage sie nach ihren Erlebnissen mit Orthopäden in der Praxis oder im Krankenhaus. Anschließend erkläre ich Sinn und Zweck der Aktion Orthofit „Zeigt her eure Füße“ und warum ich sie regelmäßig veranstalte. Wir ziehen dann als erstes alle unsere Schuhe aus und betrachten die Füße genauer:  Wie sind unsere Füße aufgebaut? Welche Funktion haben sie? Was kann ich mit ihnen alles machen? Es ist anschaulicher und lebhafter für die Kinder, wenn man die Anatomie und die Funktion der Füße in einem Frage-Antwortspiel erklärt. Angelehnt an eine bekannte Kinderkanalsendung namens Checker Can, formuliere ich bestimmte Fragen zum Thema und wiederhole Sie am Ende der Aktion, damit diese im Gedächtnis der Kids bleiben. Mit Hilfe eines Fußskelett-Modells veranschauliche ich das Ganze.

Wie sieht der praktische Teil der Aktion aus?

Jäger: Im zweiten Teil der Aktionsstunde folgen konkrete Übungen mit den Füßen: Die Kinder testen die Beweglichkeit ihrer Füße und Sprunggelenke durch Muskelkraft- und Sprungübungen. Dabei nehmen sie auch bewusster die Empfindlichkeit wahr.

Durch Gangübungen mit offenen und geschlossenen Augen trainiere ich mit den Kindern das Gleichgewicht. Koordination kann man gut mit unterhaltsamen Fußübungen wie Greifen, Halten und Schreiben verbessern. Auch ein beliebtes Spiel bei den Kids: Einen Ball nur mit dem Fuß weiterreichen, und zwar ohne Bodenkontakt. Oft bilde ich zwei Gruppen, die gegeneinander antreten und jeweils die Bälle auf Zeit weiterreichen. Zum Schluss der Aktionsstunde stempeln die Schüler ihre Fußabdrücke auf die Urkunden, die sie zusammen mit der Aktionsmappe ausgehändigt bekommen, und ich frage das Erlernte spielerisch ab.

Welche Materialien sollte man zum Aktionstag mitbringen?

Jäger: Auf jeden Fall sollte man gut vorbereitet und ausgestattet sein.  Ich mache mir eine Liste mit Dingen, die auf jeden Fall in die Schule oder Kita mitmüssen. Dazu gehören: Kunststoff-Skelett-Fuß, Sprungseil, Handtuch, Holzbrett und Metallscheibe zum Balancieren, verschiedene Bälle, Glasmurmeln, Filzstifte, Papier, Fußabdruckplatte und eine Stoppuhr für die Spiele.

Wie viel Zeit planen Sie für die Aktion Orthofit ein?

Jäger: Die Unterrichtsstunde ist auf 30 bis 40 Minuten ausgelegt. Die bemessene Zeit ist ausreichend, damit alle Kinder die Übungen mit voller Aufmerksamkeit und Konzentration durchführen können.

Welches Feedback erhalten Sie von den Kindern?

Jäger:Die Kinder sind stets begeistert und wollen eine Wiederholung der Aktion. Viele fragen, wann ich wieder in die Klasse komme.

Welche Tipps hätten Sie für teilnehmende Kolleginnen und Kollegen?

Jäger: Die Kinder sollten am Anfang über den Ablauf informiert werden, um sich besser darauf einstellen zu können und zu wissen, was sie erwartet. Es sollte kein Leerlauf bei der Durchführung der Übungen aufkommen, damit es für die Kids nicht langweilig wird. Auch nutze ich die Tafel, damit die Kinder die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Füße verinnerlichen können und das Erlernte nicht so schnell vergessen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Janosch Kuno.

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